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Großen Dank an alle Spender und Unterstützer.

Liebe Spenderinnen, liebe Spender,
die vergangenen beiden Jahre waren gekennzeichnet von vielen Erschütterungen unserer Vereinsarbeit und unseres Vereinsanliegens. Wie es uns trotzdem gelungen ist, einige Kinder weiter zu unterstützen, berichten wir hier. 

Unsere langjährige Vorsitzende Betina ist im Februar 2024 unerwartet verstorben. Betina war nicht nur unsere Vorsitzende, sondern auch enge Freundin, welche die organisatorischen Belange des Vereins erledigte. Nachdem wir uns entschlossen hatten, auch im Sinne von Betina, die Arbeit gemeinsam fortzusetzen und uns organisatorisch neu aufgestellt und eingespielt hatten, kam der nächste Rückschlag.

Sicherheitslage

Bereits in den ersten Monaten des Jahres 2024 war eine spürbare Verschlechterung der Sicherheitslage in Mosambik spürbar. Nach den Wahlen im Oktober 2024 kam es zu monatelangen Streiks und
Straßenblockaden. Das tägliche Leben war extrem eingeschränkt. Schul- und Universitätsbetrieb fand nur temporär statt. Zum Jahresende 2024 führte dies dann zu schweren Ausschreitungen mit
Vandalismus und mehreren hundert Todesopfern. Das öffentliche Leben war durch Ausgangssperren und Blockaden zum Erliegen gekommen, die Grenzübergänge zu Südafrika wurden temporär geschlossen.

Auch in der Nähe unseres Zentrums patrouillierte das Militär. Dies dauerte bis weit ins Frühjahr 2025 an; die Kinder blieben zu Hause. Ein Weiterbetrieb des Kinderzentrums konnte und kann bis zum heutigen Tag aus Sicherheitsgründen nicht gewährleistet werden. Hinzu kam, dass auch unser Zentrum von Diebstählen währen der Proteste betroffen war.

Unter Abwägung der aktuellen politischen Lage und aufgrund eines spürbaren Rückgangs des Spendenaufkommens muss leider festgestellt werden, dass eine Fortsetzung der Vereinsarbeit nicht mehr möglich ist.

Letzte Förderungen

Mit Ausnahme einer Studentin werden alle von uns geförderten Jugendlichen ihre Berufsausbildungen oder Studium im Dezember 2025 abschließen.

Für Dynia, deren Ingenieursstudium für Telekommunikation bis Dezember 2026 fortdauern wird, werden die bisherigen Vereinsmitglieder dafür Sorge tragen, dass dieses letzte Studienjahr auch finanziell abgesichert sein wird. Wir möchten Ihnen noch einen kleinen Rückblick in das von uns Erreichte, leider aber auch nicht immer Erreichte geben.

Natürlich gab es auch Misserfolge. Für zwei Studentinnen haben wir über 2 bzw. 3 Jahre einen Großteil der Studiengebühren übernommen. Eine Studentin hat wegen einer Schwangerschaft ihr Studium abgebrochen und eine andere Studentin ist ohne Abschluss nach Südafrika ausgewandert. Auch Deolinda, welche wir in der Grundschule durch Einzelnachhilfe und viele andere Maßnahmen förderten, hatte mehrmals das Klassenziel 7. Klasse verfehlt und hat nunmehr mit über 20 Jahren keinen Schulabschluss.

Einige unserer positiven Ergebnisse

Dennoch überwiegen die positiven Nachrichten.
Mehr als 12 Jahre wurden mit Ausnahme während des Corona Lockdowns und bis zu Beginn der Unruhen regelmäßig mehrere Dutzend Kinder in dem Kinderzentrum betreut. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Erledigen der Hausaufgaben, zielgerichtete Nachhilfe bei Lernschwächen und natürlich waren auch unsere ausgerichteten Kinderfeste eine willkommene Abwechslung.

Gustodio (29)

stammt aus XAI XAI, ist nach dem Tod der Familie zu einem Onkel nach Maputo gezogen. Als er zu uns stieß hatte er mit fast 20 Jahren lediglich einen 7. Klasseabschluss. Er hatte sich tagsüber als
Hilfsarbeiter auf dem Bau verdingt und durch seine Kraft und Anstrengung es geschafft, im Abendkurs die Schule zu beenden und im Januar 2023 eine Ausbildung zum Industriemechaniker begonnen. Diese Ausbildung wird er jetzt im Dezember 2025 erfolgreich beenden. Unser Verein hat in erheblichem Umfang finanzielle Unterstützung sowohl für die Schul- als auch Berufsausbildung geleistet.

Borges (26)

stammt aus der näheren Nachbarschaft und aus prekären Verhältnissen. Seiner Auskunft nach hätte er es ohne unsere finanzielle Unterstützung nie geschafft, aus diesen Verhältnissen auszubrechen. Er
betont immer wieder, dass unsere Präsenz sein „Lottogewinn“ war. Für Borges hatten wir im vollen Umfang die Schul- und Ausbildungskosten übernommen, auch er hat eine dreijährige Ausbildung zum
Industriemechaniker absolviert und bereits 2022 abgeschlossen. Seitdem ist er in Festanstellung bei einem mittelständischen Unternehmen (SOCIMPEX).

Elevancia (24)

schließt im Dezember diesen Jahres Ihr vierjähriges Studium der Politikwissenschaften ab und muss im 1. Quartal 2026 noch verteidigen. Für sie wurden vollumfänglich die monatlichen Studiengebühren und ein großer Teil für Lehr- und Studienmaterial übernommen. Sie schaut positiv in die Zukunft und ist sich sicher, dass Sie eine Anstellung finden wird.

Silvestre (24)

musste nach dem Tod der Mutter in 2021 Verantwortung für zwei jüngere Geschwister übernehmen. Er selbst hat keine Berufsausbildung und die Schule in der 8. Klasse abbrechen müssen, um für den
Lebensunterhalt der Familie zu sorgen. Für Silvestre organisierten wir einen 6 monatigen Kurs für Logistik und leisteten Hilfe zur Erlangung eines Berufskraftfahrerscheins. Mit dieser Erlaubnis war es Silvestre in 2023 gelungen eine Festanstellung zu finden und er ist seitdem als Berufskraftfahrer von Montags bis Samstags unterwegs.

Alberto (27)

hat in 2018 sein Studium an der Escola Nautica abgeschlossen und arbeitet seitdem in der Provinz Capo Delgado bei einem ausländischen Unternehmen im Rahmen der Erdgasfeldgewinnung.

 

Die Aufzählung ist nicht abschließend, wir erinnern uns an Noca (heute ausgebildete Kindergärtnerin), an Benjamim (Meliorationstechniker) oder Isaak (Erziehungswissenschaftler) und viele weitere Stipendiaten, welche heute ausnahmslos arbeiten, ihre Familien ernähren und ihren Kindern eine Ausbildung und damit einigermaßen gesicherte Zukunft ermöglichen können.

Ihre Spenden haben in erheblichem Umfang dazu beigetragen diese Ausbildungen zu ermöglichen und ist eine der Grundlagen für eine Verbesserung der jeweiligen Lebenssituation.

Für uns war es ein Herzensanliegen, dass keiner der von uns unterstützten Jugendlichen seine Ausbildung aus finanziellen Gründen abbrechen musste. Dies ist uns in allen Fällen auch Dank Ihrer Spendenbereitschaft gelungen. Dafür sagen wir und „unsere Stipendiaten“ nochmals ein großes KANIMAMBO.

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